Eritrea

Eritrea ([eriˈtreːa]; Tigrinya: ኤርትራ Ertra, arabisch إيريتريا‎ Iritriyya) ist ein Staat im nordöstlichen Afrika. Er grenzt im Nordwesten an Sudan, im Süden an Äthiopien, im Südosten an Dschibuti und im Nordosten über das Rote Meer an Jemen. Der Landesname leitet sich von ἐρυθρά θάλασσα erythrá thálassa – "Rotes Meer" ab (vom griech. ᾿Ερυθραία Erythräa). Die Eigenbezeichnung Ertra aus Ge'ez bahïrä ertra – „Rotes Meer“ – bezieht sich ebenfalls auf diese alte griechische Bezeichnung des Roten Meeres.

Das Land wurde 1993 nach dreißigjährigem Unabhängigkeitskrieg erstmals seit 1890 wieder von Äthiopien unabhängig. Es hat eine republikanische Verfassung und wird seither politisch von der PFDJ dominiert, die aus der Unabhängigkeitsbewegung EPLF hervorgegangen ist. Präsident ist seither Isayas Afewerki.
 



Geographie

Die Trockensavanne am Roten Meer ist sehr heiß und trocken. Im Hochland des Landesinneren dagegen fallen jährlich bis zu 600 mm Regen, vor allem in der Zeit von Juni bis September. Die höchste Erhebung des Landes ist der Soyra mit 3018 m, südöstlich von Asmara gelegen. Der tiefste Punkt liegt in der Danakilsenke: -110 m.
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Asmara 563.930 Einwohner, Assab 72.114 Einwohner, Keren 57.604 Einwohner, Massawa 37.077 Einwohner, Mendefera 30.000 Einwohner und Nakfa 26.662 Einwohner.

Bevölkerung

Innerhalb Eritreas gibt es neun größere ethnische Gruppen. Die einzelnen Gruppen und ihre Bevölkerungsanteile sind Tigrinya (41 %, nach anderen Angaben 50%[2]), Tigre (30-32 %), Afar (5-8 %), Saho (4-5 %), Kunama (2-5 %), Bilen (3 %), Hedareb (3 %), Nara (2 %) und Rashaida (2 %). Die kleinen ethnischen Gruppen Sokodas und Iliit an der sudanesischen Grenze betrachten sich als Kunama, sind aber geographisch und linguistisch getrennt (sie sprechen Dialekte des Ilit-Sokodas, auch West-Kunama genannt). Außerdem gibt es noch sehr kleine Gruppen westafrikanischen Ursprungs (meist Hausa-Sprecher), die in Eritrea Tukrir genannt werden. Die Volksgruppe der Tigrinya wird in Äthiopien Tigray genannt; sie sind ethnisch zwar identisch, sind aber aufgrund einer über längere Zeit getrennten politischen Geschichte nicht mehr als eine einheitliche Gruppe zu betrachten.
Dabei ist zu beachten, dass die Informationslage dürftig ist. Außerdem leben inzwischen 500.000 bis eine Million Eritreer, zumeist orthodoxe Tigrinya, im Ausland, was bis zu einem Fünftel der Bevölkerung entspricht. Eine verschwindend kleine Minderheit bilden europäischstämmige Eritreer.