Komoren

Die Komoren (komor.: قمر‎ Komori, frz.: Comores [kɔˈmɔːʀ]) bilden einen föderalen Inselstaat im Indischen Ozean und umfassen drei der vier Hauptinseln des Komorenarchipels am Nordausgang der Straße von Mosambik, etwa auf halbem Wege von der Küste des östlichen Afrika zur Nordspitze Madagaskars.
Die südöstlichste Komoreninsel, Mayotte, ist französisches Überseegebiet, wird aber von der Union beansprucht.
Der Name der Komoren kommt aus dem arabischen Ausdruck Dschuzur al-Qamar (جزر القمر‎), was soviel wie Mondinseln heißt.
 



Geographie

Die Inselgruppe der Komoren erhebt sich auf einem untermeerischen Rücken. Alle Inseln sind vulkanischen Ursprungs und haben ein gebirgiges Relief. Vulkanberge mit tief zerfurchten Hängen, Plateaus, Hügelketten und meist nur schmale Küstenstreifen charakterisieren das Landschaftsbild. Die Küsten der Inseln sind überwiegend felsig und von Korallenriffen gesäumt. Im Zentrum der Hauptinsel Grande Comore, liegt der 2.461 m hohe immer noch tätige Vulkan Karthala, der den weltweit größten Krater aller Vulkane besitzt. Den letzten größeren Ausbruch hatte der Karthala 1977. Ein ganzes Dorf wurde von der Lava überrollt, und alles wurde zerstört. Anfang 2005 gab es einen kleineren Ausbruch; zum Glück gab es weder Explosion noch Lava. Nur Asche bedeckte nach dem Ausbruch einen beträchtlichen Teil des Vulkanes. Ende Mai 2006 ließ der Vulkan die Hauptstadt Moroni in einer Wolke aus Staub und Rauch versinken, was lokal zu Evakuierungen führte.

Bevölkerung

Amtssprachen sind Komorisch (verwandt mit Swahili) und Französisch; daneben wird auch Arabisch gesprochen. Die Komorer (97 % der Gesamtbevölkerung) sind eine Mischbevölkerung aus Arabern, Madagassen, Bantu (Nachkommen afrikanischer Sklaven), Indern und Indo-Melanesiern. Daneben leben einige hundert Europäer auf den Inseln. Das Bevölkerungswachstum und die hohe Arbeitslosigkeit führen zu Auswanderung, vor allem nach Madagaskar. Anjouan ist die am dichtesten besiedelte Insel des Archipels. 64 % der Einwohner lebten 2004 noch auf dem Lande. Die Lebenserwartung lag im gleichen Jahr bei 63 Jahren. Gut 42 % der Bevölkerung sind jünger als 15 Jahre. Das Bevölkerungswachstum lag zwischen 1994 und 2004 bei 2,8 %.
Die Komoren gehören zu den ärmsten Ländern der Welt. Sozialfürsorge und Gesundheitswesen weisen erhebliche Lücken auf. Unterernährung ist einer der Gründe für die hohe Säuglingssterblichkeit (2004: 5,2 %). Malaria ist weit verbreitet. Seit der Bildungsreform 1975 besteht eine achtjährige Schulpflicht; darin enthalten ist die zweijährige Koranschule für Vorschulkinder. Die Analphabetenrate wird auf 50 % geschätzt.