Niger

Niger (dt.: [ˈniːgɐ], frz.: [niˈʒɛːʀ]) ist ein Staat in Westafrika; sein Name ist identisch mit dem des großen Stromes Niger, dessen Oberlauf den relativ dicht besiedelten Südwesten des Wüstenstaates durchfließt.
Niger grenzt im Norden an Algerien und Libyen, im Westen an Mali und Burkina Faso, im Osten an den Tschad und im Süden an Nigeria und Benin. Niger ist ein Binnenstaat mit Anteil an der Sahara, dem Sahel und dem Sudan und gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Die ehemalige französische Kolonie ist seit 1960 unabhängig. Nach einer Phase von Staatsstreichen und Aufständen der Tuareg scheint sich Niger politisch zu stabilisieren. Existenzbedrohend für den größten Teil der nigrischen Bevölkerung sind regelmäßig wiederkehrende Dürren und Nahrungsmittelknappheit.
 



Geographie

Im Zentrum Nigers liegt die Sandwüste Erg du Ténéré und das Gebirge Aïr, dessen höchster Gipfel 2.022 Meter hoch ist und Mont Idoukal-n-Taghès heißt. Das Aïrgebirge (Massif Aïr) ist die südöstliche Fortsetzung des algerischen Hoggar- oder Ahaggar-Gebirges.
Im Westen, Süden und Osten ist der Aïr von weiteren Wüsten umgeben, deren größte der östlich gelegene Ténéré ist. Er nimmt etwa 30% der Staatsgebietes ein, das nur am südwestlichen Rand dicht besiedelt ist. Weiter östlich liegt der Kaouar, eine weitere Wüste. Diese Saharagebiete reichen östlich bis zur Grenze des Tschad. Im Norden geht der Ténéré in das Djadoplateau über, im Nordosten ins Tibestigebirge. Diese Wüsten, die sämtlich zur Sahara gehören, nehmen insgesamt etwa zwei Drittel der Staatsfläche ein.
Der dritte Drittel des Nigers im Süden und Südosten ist Teil des Sahels (Sahel = arab. „Ufer“ der Wüste). Dieser Streifen befindet sich am nördlichen Rand der Trockensavanne. Seit Ende der Sechzigerjahre traten in der Dornbuschsavanne mehrere Dürren auf und verwandelten letztere zunehmend in eine wüstenartige Landschaft. Im Südosten liegt ein Teil des Tschadsees auf dem Gebiet des Niger, doch bei starker Trockenheit erreicht der See den Niger bereits nicht mehr.
Der Südwesten ist von Niger dominiert, dem drittgrößten Fluss Afrikas. Er fließt auf 650 Kilometern durch das Land. Diese Region ist die einzige fruchtbare des Landes.

Bevölkerung

Es gibt vor allem im Norden des Landes viele Oasenbewohner, Nomaden und Halbnomaden. Viele von ihnen geben jedoch den Nomadismus auf und ziehen in die zum Teil überbevölkerten Städte. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt im Süden, zumeist an der Grenze zu Nigeria und Benin.
Die große Mehrheit der Nigrer bekennt sich zum Islam (94 %), der Rest der Bevölkerung teilt sich in Christen und Anhänger indigener Religionen.
Rund 52 % der Gesamtbevölkerung gehören der Volksgruppe der Zarma und Songhai an, über 23 % sind Hausa, rund 8 % der Bevölkerung sind Tuareg-Berber, etwa 6 % sind Beri Beri (Kanuri) und 4,3 % Fulbe. Außerdem leben im Land über 3000 Franzosen, meist in den Städten.
75 % der Bevölkerung sprechen Hausa als Erst- oder Zweitsprache, weitere Sprachen neben Französisch sind Songhai-Djerma (22 %), Fulfulde (10 %), Tamaschagh (eine Tuareg-Berbersprache, 10 %), Kanuri (4 %)[2] und andere.
Die sehr hohe Fertilitätsrate von 7,4 Geburten pro Frau führt zu einem Bevölkerungswachstum von jährlich etwa 2,75 %.
74 % der Männer und 90 % der Frauen sind Analphabeten.
Die Lebenserwartung beträgt derzeit etwa 42 Jahre.