Nigeria

Nigeria [niˈgeːri̯a] (amtlich auf Englisch: Federal Republic of Nigeria [naɪˈdʒɪərɪə]) ist ein Bundesstaat in Westafrika, der an Benin, Niger, Tschad und Kamerun grenzt. Es ist mit Abstand das bevölkerungsreichste Land Afrikas und versucht sich nach Jahren der Militärdiktatur an seiner Demokratisierung und wirtschaftlichen Entwicklung. Nigeria konnte bisher seine reichen Erdölvorkommen nicht zur erfolgreichen Armutsbekämpfung nutzen. Korruption, Gewalt und ethnische Konflikte zwischen dem muslimischen Norden und dem christlich-animistischen Süden sind die Haupthemmnisse, um Nigerias Bevölkerung ein besseres Leben zu ermöglichen.
 



Geographie

Nigeria liegt in Westafrika am Atlantischen Ozean und umfasst ein Gebiet von 923.768 km² mit einer Ost-West- und Nord-Süd-Ausdehnung von 1.200 bzw. 1.100 km. Ein markantes Merkmal des Landes sind der südöstlich verlaufende Strom Niger und sein südwestlich verlaufender Nebenfluss Benue, die in Nigeria zusammenfließen und im Nigerdelta auf einer Fläche von ungefähr 24.000 km² in den Golf von Guinea münden.
Der rund 850 km lange Küstenstreifen am Golf von Guinea ist geprägt von Lagunen (im Westen z. B. die Lagune von Lagos) und von Mangrovensümpfen. Er erreicht im Nigerdelta seine größte Ausdehnung. Der früher fast 100 km breite Gürtel von tropischem Regenwald im Landesinneren wurde weitgehend gerodet und durch Sekundärwald ersetzt. Weiter nördlich erstrecken sich eine Middle Belt genannte Region der Feuchtsavanne und eine Trockensavanne. Eine eigene Vegetationszone bildet das im Osten Nigerias gelegene Bauchiplateau, ein bis zu 2010 m hohes Hochland, das als einziges Gebiet in Nigeria in der gemäßigten Zone liegt. Die höchste Erhebung ist mit einer Höhe von 2.419 m der im Gebirgsland nahe der Grenze zu Kamerun gelegene Berg Chappal Waddi.

Bevölkerung

Die größten und politisch einflussreichsten Völker in Nigeria sind die Hausa und Fulbe, die zusammen 29 % der Bevölkerung ausmachen, die Yoruba (20 %) und die Ibo (12 %). Hinzu kommen etwa 400 zum Teil sehr kleine ethnische Minderheiten, unter ihnen die Ijaw (11 %), die Kanuri (8 %), die Ibibio (4,5 %), die Tiv (3,5 %) und die Umon. Weil die von Hausa oder Yoruba dominierte Regierung und vor 1960 die britische Kolonialmacht ihre Forderungen nach politischer Partizipation zurückwies, wehrten sich einzelne ethnische Minderheiten gegen die politische Benachteiligung oder die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen etwa durch umweltschädliche Erdölförderung. So mündete im Jahr 1964 die Unterdrückung christlicher Tiv im von muslimischen Hausa-Fulani dominierten Norden Nigerias, die sich unter anderem in einer für die Tiv nachteiligen Steuererhebung manifestierte, in Unruhen, die bis zu 4000 Todesopfer forderten.