Ruanda

Ruanda [ˈru̯anda] (frz.: le Rwanda [ʀwɑ̃ˈda]) ist ein dicht bevölkerter Binnenstaat in Ostafrika. Er grenzt an Burundi, die Demokratische Republik Kongo, Uganda und Tansania. Wegen seiner in weiten Teilen hügeligen Landschaft wird es auch „Land der tausend Hügel“ genannt. Auf seinem Staatsgebiet verläuft die afrikanische Hauptwasserscheide zwischen den Einzugsgebieten des Nil und des Kongo. Von 1884 bis 1916 war Ruanda eine deutsche Kolonie, 1962 erhielt es seine Unabhängigkeit von der UNO-Mandatsmacht Belgien.
Nicht zuletzt wegen der Konflikte zwischen den Volksgruppen der Hutu und Tutsi – die im Völkermord an den Tutsi 1994 gipfelten – zählt das Land zu den ärmsten in Afrika, obgleich in den letzten Jahren Fortschritte zu verzeichnen waren .
 



Geographie

Der Großteil Ruandas ist ein Hochland mit einer durchschnittlichen Seehöhe von 1500 Metern. Der gesamte Höhenbereich reicht von etwa 1.000 m bis zum Karisimbi 4.507 m (Vulkanberge im Norden). Von der ostafrikanischen Küste ist das Land 1.200 km entfernt, dient aber wegen seines guten Straßennetzes dennoch als Transit für manche Exporte aus der Demokratischen Republik Kongo.
Ruanda wird gern „Land der tausend Hügel“ (frz. Pays de Mille Collines) genannt und hat in der Tat eine sehr hügelige Landschaft, hauptsächlich im westlichen Teil des Landes.

Bevölkerung

Ruanda hat schätzungsweise 8,9 Millionen Einwohner. Der Bevölkerungsanteil der Unter-14-Jährigen beläuft sich auf 42,3 %, jener der 15-bis-64-Jährigen auf 55 % und jener der Über-65-Jährigen auf 2,7 %.
Mit durchschnittlich 314 Einwohnern pro Quadratkilometer ist Ruanda das am dichtesten bevölkerte Land Afrikas. Der hohe Bevölkerungsdruck ist Ruandas Hauptstrukturproblem, da das Land kaum über Industrie und keine nennenswerten Ressourcen verfügt. Belastet wird das Land auch durch die hohe Zahl von Flüchtlingen, die v. a. aus der Demokratischen Republik Kongo nach Ruanda kommen. Das Bevölkerungswachstum beträgt ca. 2,1 % jährlich, eine Frau bringt im Durchschnitt 5–6 Kinder zur Welt. Es bestehen deswegen Pläne auf politischer Ebene zur Einführung einer „Drei-Kinder-Politik“.
Auf einen Arzt kommen 24.697 Einwohner. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt ca. 46 Jahre – für Männer 44, Frauen 47 Jahre. 31 % der Frauen nehmen Gesundheitsdienste bei der Geburt in Anspruch. 24 % der unter 5-jährigen Kinder sind fehlernährt. Die Sterblichkeit der unter 5-jährigen Kinder beträgt ca. 18–20 %. Die HIV-Prävalenz an der Gesamtbevölkerung wird mit 5,1 % angegeben; sie ist in den sexuell aktiven Bevölkerungsteilen jedoch höher.
Die Alphabetisierungsrate liegt bei Männern um 65 %, bei Frauen etwas darunter. Die Einschulungsquote der Mädchen konnte 2004 derjenigen der Jungen angeglichen werden.