Taiwan

Taiwan (chin. 臺灣 / 台湾, Táiwān, W.-G. T’ai-wan, Zhuyin ㄊㄞˊ ㄨㄢ) ist eine Insel vor dem chinesischen Festland im West-Pazifik, getrennt durch die Taiwan-Straße. Die Hauptstadt ist Taipeh. Taiwan wurde 1945 nach Ende des Zweiten Weltkrieges und der Niederlage der Japaner in die Republik China eingegliedert. Es bildet seit 1949 den Hauptteil der Republik, nachdem sich die Truppen Chiang Kai-Sheks nach dem verlorenen Bürgerkrieg gegen die Rote Armee Mao Zedongs auf die Insel zurückgezogen hatten. Gleichzeitig wird Taiwan von der Volksrepublik China beansprucht, wurde jedoch nie von ihr kontrolliert. Dies schlägt sich im Taiwan-Konflikt nieder. Administrativ ist die Insel bei beiden Staaten als Teil der Provinz Taiwan zugeordnet.
 



Geographie / Flächennutzung

Die Insel Taiwan erstreckt sich über eine Fläche von 35.801 km² (zum Vergleich: die Fläche Baden-Württembergs beträgt 35.752 km²). Die Insel ist 394 km lang, die maximale Breite beträgt 144 km. Sie wird im Westen durch die an der engsten Stelle 130 km breite Taiwan-Straße vom chinesischen Festland getrennt, im Süden trennt die Straße von Luzon Taiwan von den Philippinen. Östlich begrenzt das Philippinenbecken Taiwan. Im Nordosten schließt sich Taiwan an die zu Japan gehörende Inselkette der Ryūkyū-Inseln an, die das flache Ostchinesische Meer vom übrigen Pazifik abgrenzt.
Charakteristisch für Taiwan ist die auf der Landkarte einer Süßkartoffel ähnelnde Form, aufgrund derer sich die Min Nan Ureinwohner auch als „Kinder der Süßkartoffel“ bezeichnen. Eine andere Interpretation der Form ist die Vorstellung von einem „Wal im Meer“.
Taiwan wird ähnlich wie Japan häufig von Erdbeben heimgesucht, was besondere Sicherheitsstandards bei Gebäuden und Infrastruktur erfordert.

Bevölkerung

Heute leben in Taiwan knapp 23 Mio. Menschen. Die Bevölkerung setzt sich zu 84 Prozent aus „Taiwanern“ (70 Prozent Hoklos, 15 Prozent Hakkas) und zu 14 Prozent aus „Festland-Chinesen“ zusammen. Alle drei Gruppen bestehen ethnisch überwiegend aus Han-Chinesen. Circa 2 Prozent der Bevölkerung gehören zu den Ureinwohner-Völkern.
Die Bevölkerungsdichte Taiwans ist mit 633 Einwohnern pro Quadratkilometer die zweithöchste aller Flächenstaaten weltweit (nach Bangladesch). Da überdies weite Teile der gebirgigen Insel fast unbewohnt sind, sind die Hauptsiedlungsgebiete in der westlichen Ebene mit den Metropolen Taichung, Tainan und der südlichen Hafenstadt Kaoshiung – der zweitgrößten Stadt des Landes – sowie im Norden um die Hauptstadt Taipeh extrem dicht besiedelt. Entsprechend hoch ist dort die Verstädterung.