Zypern

Zypern (griech.: Κύπρος, Kýpros; türk.: Kıbrıs) ist eine Insel im östlichen Mittelmeer, die im Jahre 1960 vom Vereinigten Königreich in die Unabhängigkeit entlassen wurde. Sie ist die drittgrößte Insel des Mittelmeers und gehört geographisch zu Asien.
Obwohl das Territorium der gesamten Insel de jure Staatsgebiet der Republik Zypern ist - mit der Ausnahme zweier britischer Militärbasen -, übt die Regierung seit einer Invasion türkischer Truppen im Jahr 1974 de facto keine Hoheit mehr über den Nordteil der Insel aus, der sich im Jahre 1983 zur Türkischen Republik Nordzypern proklamiert hat.
Zwischen dem Nord- und dem Südteil der Insel liegt eine Pufferzone, die von den Vereinten Nationen im Rahmen einer Friedensmission verwaltet wird.
Weiterhin existieren auf der Insel zwei Basen des Vereinigten Königreichs. Die beiden Exklaven Akrotiri und Dekelia gehören völkerrechtlich zu diesem. Für das Vereinigte Königreich war die Möglichkeit zur nachhaltigen Nutzung der strategisch wichtigen Insel eine Vorbedingung für die Entlassung in die Unabhängigkeit.
 



Geographie

Mit einer Fläche von ca. 9.251 km² (griechischer Teil ca. 5.384 km², türkischer Teil ca. 3.355 km², britische Militärbasen Akrotiri und Dekelia ca. 255 km², Pufferzone ca. 4%) ist Zypern nach Sizilien und Sardinien die drittgrößte Insel im Mittelmeer (West-Ost-Ausdehnung ca. 230 km, Nord-Süd-Ausdehnung ca. 95 km).
Die Entfernung zur Südküste des türkischen Festlandes beträgt 68 km, zur Ostküste der griechischen Insel Rhodos 394 km und zum griechischen Festland ca. 830 km, zur Westküste Syriens ca. 95 km, nach Ägypten ca. 325 km. Zypern gehört geographisch zu Asien.
Zwei Gebirgszüge durchziehen die Insel, die zur Küste hin abfallende, sonst schroffe Kette des Pentadaktylos (Beşparmak) im Nordosten und das vulkanische, waldreiche Troodos-Gebirge im südlichen Landesinnern, mit dem Olympos (1.952 m) als höchster Erhebung. Zwischen beiden Gebirgen erstreckt sich die fruchtbare Ebene Mesaoría (Μεσαορία /„zwischen den Bergen“/ Mesarya) mit dem Zentrum Nikosia (gr: Lefkosia, tr: Lefkoşa). Die 671 km lange Küste besteht teils aus ausgedehnten Sand- und Kiesstränden sowie aus steil abfallenden Felsküsten mit kleinen Buchten.

Bevölkerung

Laut den Volkszählungen beträgt die Bevölkerungszahl im Norden Zyperns 256.644 (2006) und im Süden 766.400 (2005). Hinzu kommen noch die auf der Insel stationierten britischen Militärangehörige (7.500) und weitere Zyprer (7.000) in Akrotiri und Dekelia und 917 Angehörige der UNFICYP (Februar 2007). Basierend auf diesen Angaben beträgt die Bevölkerungszahl Zyperns 1.038.461.
Die etwa 778.000 griechischen Zyprer machen rund 72 Prozent der Bevölkerung aus. Die Zahl der türkischen Zyprer beträgt etwa 220.000 (2006). Sie stellen 28% der Inselbevölkerung. In dieser Zahl enthalten sind sowohl die etwa 80.000 Türken, die nach der Invasion der Türkei 1974 im besetzten Nordteil der Insel angesiedelt wurden, als auch ca. 40.000 türkische Soldaten. Genaue Berechnungen sind wegen des Mangels an aktuellen Zahlen nur schwer anzustellen. Während im südlichen Teil der Insel über 2.000 Türken leben, sind es im Nordteil 500 Griechen.
Neben einem eigenen Idiom des Neugriechischen (Zypriotisches Griechisch), Türkisch und Arabisch (Maroniten) wird auch Englisch u. a. als Bildungs- und Verkehrssprache gesprochen. Seit der türkischen Invasion leben etwa 200.000 griechische Zyprer aus dem türkisch besetzten Norden als Flüchtlinge im griechischen Süden der Insel, die türkischen Flüchtlinge aus dem Süden haben teilweise Ortschaften gegründet, deren Namen an ihre alten Heimatorte erinnern. Alle älteren türkischen Zyprer sprechen auch Griechisch, in einigen Dörfern auf der Karpas-Halbinsel wird die Schwarzmeer-Mundart (Pontisches Griechisch) gesprochen.
An der Nordspitze Zyperns gibt es Dörfer, deren maronitische Bevölkerung eine arabische Mundart spricht. Das in Kormakiti gesprochene Kormakiti-Arabisch ist in Wortschatz, Phonetik und Grammatik stark vom Griechischen beeinflusst. Die jungen Männer arbeiten heute aufgrund ihres Sonderstatuts (kein Militärdienst) weitgehend im Süden der Insel, während Frauen, Kinder und alte Menschen die Felder bestellen.