Belgien

Belgien (niederländisch België, französisch Belgique), amtlich Königreich Belgien (ndl. Koninkrijk België, frz. Royaume de Belgique), ist ein Staat in Westeuropa, der an die Nordsee sowie an die Niederlande, an Deutschland, Luxemburg und Frankreich grenzt. Er ist ein Gründungsmitglied der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), der heutigen Europäischen Union (EU), deren wichtigste Institutionen in seiner Hauptstadt Brüssel ihren Sitz haben. Zusammen mit den Niederlanden und Luxemburg bildet Belgien den Verbund der Benelux-Staaten.
Seit der Unabhängigkeit 1830 und Verfassunggebung 1831 ist Belgien eine parlamentarische Monarchie. Das Land ist aufgeteilt in drei Gemeinschaften (flämische, französische, deutsche), drei Regionen (Flandern, Wallonien, Brüssel) und den föderalen Staat. Der flämische Gemeinschaftsrat und das Parlament der Region Flandern bilden eine Organisation; die französischsprachige Gemeinschaft und die Wallonische Region funktionieren unabhängig voneinander.
Die flämische Bevölkerung im Norden, der französische Süden mit einer Mehrheit in der Hauptstadt Brüssel und einer kleinen deutschsprachigen Bevölkerung im Osten bilden einen anhaltenden Konfliktherd, dem seit den 1970er Jahren durch eine Dezentralisierung der Staatsorganisation und 1993 durch Umwandlung in einen Bundesstaat zu begegnen versucht wurde. Dennoch prägen die gegensätzlichen Interessen der Vertreter der beiden großen Bevölkerungsgruppen (Sprachgruppen genannt) weiterhin die belgische Politik.
 



Geographie

Abgesehen vom Bergland der Ardennen im Südosten ist Belgien ein weitgehend ebenes Land. Die Küstenlinie erstreckt sich auf 72,3 km. 25 % der Landfläche werden für Landwirtschaft genutzt. Ungefähr 95 % aller Belgier leben in Städten. Laut den Berechnungen des Königlichen Belgischen Instituts für Naturwissenschaften hat Belgien eine Fläche von 30.528 km².

Bevölkerung

Die Bevölkerung Belgiens wird in der Regel in Sprachgruppen eingeteilt. Genaue Daten zur tatsächlichen Verteilung sind seit der Festlegung der Sprachgrenze 1962 nicht mehr erhoben worden. Hiernach stellen die niederländischsprachigen Flamen etwa 60 % der Bevölkerung. Die Wallonen und die französischsprachigen Bewohner der Region Brüssel-Hauptstadt und ihres Umlandes, die meist zusammenfassend als französischsprachige Belgier bezeichnet werden, umfassen etwa 40 % der Einwohner des Landes. Hinzu kommt die kleine deutschsprachige Bevölkerungsgruppe im Osten des Landes mit unter einem Prozent, sowie eine kleine luxemburgisch sprechende Minderheit in der Region um Arlon. Als Voyageurs oder Woonwagenbewoners werden in Belgien lebende Gruppen sowohl der Jenischen, Manouches und Roma, als auch einheimische Wohnwagenbewohner bezeichnet. Die gens du voyage werden auf insgesamt 15.000–20.000 Personen, entsprechend 0,15 % der belgischen Bevölkerung, geschätzt. Die weitere Wohnbevölkerung besteht aus Zugewanderten aus vielen Teilen Europas und Afrikas.