Bosnien und Herzegowina

Bosnien und Herzegowina (in den Landessprachen Bosna i Hercegovina, kurz BiH; kyrillisch Босна и Херцеговина, kurz БиХ; deutsch auch Bosnien-Herzegowina) ist ein Staat in Südosteuropa. Er grenzt im Osten an Serbien, im Südosten an Montenegro, im Norden, Westen und Südwesten an Kroatien sowie auf wenigen Kilometern bei Neum an das Mittelmeer. Die unabhängige Republik ging 1992 aus der jugoslawischen Teilrepublik Bosnien und Herzegowina hervor und hat wie diese fast dieselben Grenzen, die das österreichisch-ungarische Okkupationsgebiet Bosnien und Herzegowina 1878 auf dem Berliner Kongress erhielt. Bosnien und Herzegowina besteht seit dem Dayton-Vertrag aus zwei weitgehend autonomen Teilstaaten (Entitäten), der Föderation Bosnien und Herzegowina und der Republika Srpska, sowie dem Sonderverwaltungsgebiet Brčko-Distrikt.
 



Geographie

Bosnien und Herzegowina liegt im westlichen Teil der Balkanhalbinsel und ist in weiten Teilen durch eine bewaldete Mittelgebirgslandschaft geprägt, wobei die höchsten Berge Höhen von fast 2400 Meter über dem Meeresspiegel erreichen. Ein Teil des Berglandes, insbesondere in den westlichen Landesteilen und der Herzegowina, ist verkarstet. Das hier anfallende Oberflächenwasser gelangt nicht in die großen Flusssysteme, sondern versickert größtenteils. Im Süden sowie in der nördlich gelegenen Save-Niederung gibt es auch flachere Regionen, die landwirtschaftlich genutzt werden. Ebenfalls im Süden befindet sich die 24 Kilometer lange Adria-Küste bei Neum.
Bosnien und Herzegowina hat eine insgesamt 1459 km lange Außengrenze zu seinen drei Nachbarstaaten. Davon entfallen 932 km auf Kroatien, welches das Land in einem Bogen nördlich und westlich umgibt, 302 km auf Serbien im Osten und 225 km auf Montenegro im Südosten.

Bevölkerung

Von den etwa 4,55 Mio. Einwohnern des Landes sind etwa 48 % Bosniaken, 37,1 % Serben und 14,3 % Kroaten. Minderheiten wie Roma und Juden stellen 0,6 %. Im Vergleich zu 1991 ist die Zahl der Bosniaken demnach fast gleich geblieben, die Zahl der Serben ist um 115.000 gestiegen, die der Kroaten ist um 3 % gefallen.
Die drei offiziellen Staatsvölker sprechen die eng miteinander verwandten Sprachen Bosnisch, Serbisch und Kroatisch. Je nach Sichtweise werden diese Sprachen auch zusammenfassend als Serbokroatisch bezeichnet.
Die Staatsbürger der Republik Bosnien und Herzegowina werden oft als Bosnier bezeichnet. Damit sind Serben und Kroaten wie auch Bosniaken gemeint, die in Bosnien und Herzegowina beheimatet sind. Dagegen steht der Begriff Bosniaken ausschließlich für die Muslime.