Vereinigte Staaten

Die Vereinigten Staaten von Amerika (englisch United States of America, kurz USA), in amtlicher Kurzform Vereinigte Staaten (englisch United States, kurz U.S.), nichtamtlich auch Amerika (englisch America), sind eine Bundesrepublik in Nordamerika, die 50 Bundesstaaten umfasst. Mit dem Bundesstaat Hawaii und kleineren Außengebieten haben sie auch Anteil an Ozeanien.
Das Land umfasst etwa 40 Prozent des Gebietes Nordamerikas und ist flächenmäßig nach Russland und Kanada der drittgrößte Staat der Erde.
Die Vereinigten Staaten gingen aus den dreizehn britischen Kolonien hervor, die sich 1776 vom Mutterland Großbritannien unabhängig erklärten. Durch stete Einwanderung aus Europa, territoriale Expansion nach Westen und Industrialisierung gewannen die USA gegen Ende des 19. und vor allem im 20. Jahrhundert an weltpolitischem Einfluss.
Am Ende des 20. Jahrhunderts waren die Vereinigten Staaten nach dem Zerfall der UdSSR die einzige verbliebene Supermacht.
 



Geographie

Von den 50 US-Bundesstaaten liegen alle außer Hawaii auf dem Nordamerikanischen Kontinent. Außer Alaska und Hawaii liegen die restlichen 48 Staaten und das District of Columbia zusammen innerhalb einer gemeinsamen Grenze und bilden das Kernland der Vereinigten Staaten.
Das Landschaftsbild ist sehr vielfältig: Waldgebiete und Mittelgebirge an der Ostküste, Mangrovenwälder im subtropischen Florida, die Flusssysteme von Mississippi River und Missouri River, die weiten Ebenen im Zentrum des Landes, der große Gebirgszug der Rocky Mountains, die trockenen Wüsten im Südwesten, die gemäßigten Regenwälder im Nordwesten und die Küstengebirge an der Westküste.
Hinzu kommen die arktische Region der Tundra in Alaska und die tropischen Inseln von Hawaii mit dem 4.170 Meter hohen Vulkan Mauna Loa.

Bevölkerung

Die Vereinigten Staaten gelten traditionell als Schmelztiegel (melting pot) der Völker. Die ersten kolonialen Einwanderer auf dem von Indianern als Ureinwohnern besiedelten Kontinent waren Europäer; anfänglich vorrangig spanischer, französischer und englischer Herkunft. Ab Mitte des 18. und verstärkt zur Mitte des 19. Jahrhunderts folgten Europäer deutschsprachiger und irischer Herkunft. Später (bis etwa zur Jahrhundertwende des 20. Jahrhunderts) kamen Einwanderer aus anderen Regionen Europas, vor allem aus Italien, Skandinavien und Osteuropa hinzu, einschließlich einer großen Anzahl osteuropäischer Juden. Während der Volkszählung im Jahre 2000 bildeten die größte Herkunftsgruppe – mit etwa 42,8 Millionen Personen – diejenigen Amerikaner, die eine deutsche Herkunft angaben (Der Zensus verfälscht hierbei etwas, da viele Amerikaner mit britischen Wurzeln formal als Kanadier gezählt werden, da sie im 18. und 19. Jahrhundert nicht aus dem britischen Mutterland, sondern aus Kanada einwanderten.). Die europäischstämmigen Amerikaner bilden heute 74 % der Bevölkerung der USA.
Afroamerikaner, mehrheitlich Nachfahren der afrikanischen Sklaven, stellen etwas mehr als 13 % Bevölkerungsanteil. Sie leben vor allem im Süden und in den großen Industriestädten des Nordens, wie zum Beispiel Detroit. Asiatische Einwanderer, zu großen Teilen aus China, Japan, Korea, Indien und den Philippinen bilden noch eine relativ kleine Gruppe (etwa 4 %). Die Einwanderungspolitik war Anfang des 20. Jahrhunderts gegenüber Asiaten besonders restriktiv.
Heute zeigen sich weiter große Unterschiede in der Sozialstruktur zwischen weißer und schwarzer Bevölkerung: Schwarze haben im Durchschnitt ein geringeres Einkommen, eine kürzere Lebenserwartung und eine schlechtere Ausbildung. In der Kriminalstatistik sind sie überdurchschnittlich stark vertreten; die Wahrscheinlichkeit, als Schwarzer ein Tötungsdelikt zu begehen, Opfer einer Mordtat zu werden oder in einem Prozess zum Tode verurteilt zu werden liegt höher als bei Weißen. Die Ursachen dafür und mögliche Wege der Problembehebung sind innerhalb der USA heftig umstritten. Nicht nur in den Südstaaten sind Wohngegenden und nicht-öffentliche Einrichtungen – wie die sozial wichtigen Kirchen oder private Organisationen – oft faktisch noch nach Ethnien getrennt, wenn auch die formale Trennung inzwischen ungesetzlich und verpönt ist. Vielfach liegt dies ebenfalls an den ökonomischen Unterschieden, aber auch an traditionellen und festgefügten Vorurteilsmustern in den jeweiligen Ethnien und Bevölkerungsgruppen.
Vor allem im Südwesten der USA und in Florida gibt es einen hohen Bevölkerungsanteil lateinamerikanischer (hispanischer) Herkunft (Latinos). Sie werden in den Statistiken separat geführt, unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft. Ihr Anteil wuchs in den letzten Jahrzehnten stetig (bis 2004 auf knapp 13 %), da viele Lateinamerikaner vor der wirtschaftlichen Not ihrer Heimatländer in den Norden fliehen. Sie leben oft als illegale Einwanderer und halten stark an ihrer Kultur und Sprache fest.
Die Indianer („Native Americans“) bilden heute eine kleine, jedoch langsam wieder wachsende Minderheit; nur in Alaska erreichen sie eine zweistellige Prozentzahl der Bevölkerung. Ebenfalls relativ viele Indianer leben in South Dakota und Oklahoma.