Nauru

Nauru (Ripublik Naoero, Republic of Nauru) ist ein Inselstaat mit etwa 13.000 Einwohnern. Die Republik ist nach Fläche und Einwohnerzahl der drittkleinste Staat und kleinste Flächenstaat der Erde.
Nauru liegt im Pazifischen Ozean und besteht aus der gleichnamigen Koralleninsel, die zur Inselwelt Mikronesiens gehört (nicht zu verwechseln mit dem Staat Föderierte Staaten von Mikronesien), sowie den zum Staat gehörenden Hoheitsgewässern im Umkreis von 12 Seemeilen. Der Inselstaat grenzt im Westen an die Föderierten Staaten von Mikronesien, im Norden an den Inselstaat der Marshallinseln, im Osten an den Inselstaat Kiribati und im Süden an den Inselstaat der Salomonen.
Die Einwohner von Nauru konnten lange Zeit vom Abbau der reichen Phosphat-Bestände leben. Als diese zur Neige gingen, zeigte sich, dass der Staat und die meisten Bürger die Gewinne nicht zukunftssicher investiert hatten. Nauru, das zur Zeit des Phosphat-Abbaus noch das höchste Pro-Kopf-Einkommen weltweit vorweisen konnte, verarmte nach dem vollständigen Abbau der einzigen Ressource zunehmend. Der Staat steht nach Gläubigerforderungen vor dem Bankrott und vor dem Verlust der Unabhängigkeit; die Souveränität des Staates wird bereits in Frage gestellt.
Nauru war von Dezember 2005 bis September 2006 von der Außenwelt isoliert, da Air Nauru als einzige Fluggesellschaft, die die Insel anfliegt, ihren Betrieb eingestellt hatte. Mittlerweile konnte die in Our Airline umbenannte Fluggesellschaft mit Hilfe taiwanischer Finanzmittel ihren Betrieb wieder aufnehmen
 



Geographie

Die Insel liegt im westlichen pazifischen Ozean bei 0° 32’ südlicher Breite und 166° 55’ östlicher Länge. Die nächstgelegene Insel ist Banaba 290 km weiter östlich, die zu Kiribati gehört und die eine ähnliche Bedeutung wegen reicher Phosphatlagerstätten hatte (die dritte bedeutende Phosphatinsel im Pazifik ist Makatea im Tuamotu-Archipel). Nauru hat eine Ausschließliche Wirtschaftszone mit einer Größe von 308.480 km² (einschließlich der Hoheitsgewässer von rund 570 km²), welche an die entsprechende Zone von Kiribati im Osten (290 km bis zur Insel Banaba) und von den Marshall-Inseln im Norden (600 km bis zum Ebon-Atoll) grenzt. Weiter entfernte Nachbarn sind Mikronesien (Kosrae) im Nordwesten, die Salomon-Inseln im Südwesten, Papua-Neuguinea (Bismarck-Archipel) im Westen sowie Tuvalu im Südosten.
Nauru ist ein Atoll auf der Spitze eines unterirdischen erloschenen Vulkans. Der riesige Korallenstock reicht etwa 2.000 Meter tief in das Meer und erhebt sich maximal etwa 60 m. Dieser höchste Punkt befindet sich entlang einer Plateaukante im Osten Aiwos; diese Kante wird Command Ridge genannt. Im Vergleich mit anderen Atollen hat Nauru eine sehr kleine Lagune. Einen Kilometer von der Küste entfernt beträgt die Meerestiefe bereits mehr als 1.000 Meter, und der Steilhang reicht bis auf den Meeresboden. Bis auf einen schmalen Küstenstreifen wurde der innere Teil der Insel von Phosphat (Nauruit) bedeckt, der sich aus den Exkrementen von Seevögeln bildete. Etwa 2 km² der Insel sind bewaldet.

Bevölkerung

Die 13.287 Bewohner (2006) Naurus setzen sich zu 69 % aus Nauruern, 13 % Kiribatiern, 9 % Tuvaluern, 2,5 % Filipinos und 2 % Chinesen zusammen (% Zählung 1992). Seitdem dürfte die Bevölkerungszahl kaum gestiegen sein (Britannica: 10200 für 2005), da aufgrund o.g. Bedingungen die Ausländer abwandern. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist mit 63.81 Jahren (Männer 60,2, Frauen 67,6 Jahre) relativ niedrig. Ein Grund dafür ist die hohe Verbreitung von Diabetes. 2003 waren 30,2 % der Erwachsenen an Diabetes erkrankt. Damit ist Nauru weltweit das Land mit dem höchsten Anteil an Diabeteskranken.
Das jährliche Bevölkerungswachstum liegt bei 1,87 %; 38,2 % der Bevölkerung sind unter 14 Jahre alt, 60 % zwischen 15 und 64 Jahre und 1,9 % älter als 64. Die Kindersterblichkeit liegt bei 1,014 %. Die Fruchtbarkeitsquote beträgt 3,61 Geburten pro Frau. Die Geburtenrate liegt bei 2,73 %, die Sterberate bei 0,72 % pro Jahr. Die Urbanisierung liegt bei 48 %, die Alphabetisierungsquote bei über 99 %, die mit Abstand höchste Quote in Ozeanien und auch weltweit eine der höchsten, was der Investition der Regierung in die Erziehung zu verdanken ist. Auf einen Arzt kommen etwa 700 Einwohner.