Neukaledonien

Neukaledonien (französisch Nouvelle-Calédonie, bedeutet Neuschottland) ist eine zu Frankreich gehörige Inselgruppe im Pazifischen Ozean. Der Begriff Kanaky wird von manchen, für die Unabhängigkeit agierenden politischen Parteien als Name für Neukaledonien benutzt. Geographisch gehören die Inseln zu Melanesien. Neukaledonien hat eine Sonderregelung in den Artikeln 76 und 77 der französischen Verfassung und ist eine Collectivité sui generis. Auf den Inseln leben nach aktuellen Schätzungen etwa 240.000 Einwohner. Seit 2008 gehört das Neukaledonische Barriereriff zum Weltnaturerbe der UNESCO.
 



Geographie

Die Inselgruppe liegt vor der australischen Nordostküste. Die Fläche der Inseln beträgt 19.060 km², davon sind 18.575 km² Landfläche und 485 km² Wasserfläche. Die Hauptinsel (Grande Terre) ist mit 16.372 km² die mit Abstand größte Insel der Gruppe. Zu Neukaledonien gehören des Weiteren noch die Belep-Inseln, die Chesterfield-Inseln, die Île des Pins und die Loyalitätsinseln. Die Küstenlinie hat eine Gesamtlänge von 2.254 km. Der höchste Punkt der Inseln ist der Mont Panie auf Grande Terre mit 1628 m. Um die Hauptinsel herum liegt das Neukaledonische Barriereriff, das nach dem Great Barrier Reef zweitgrößte Korallenriff der Welt. Längster Fluss ist der 150 km lange Diahot.
Größte Stadt ist die Hauptstadt Nouméa mit knapp 91.000 Einwohnern. Zusammen mit den Vororten leben in der Hauptstadtregion fast zwei Drittel aller Einwohner Neukaledoniens.
Neukaledonien liegt zwischen dem 19. und 23. südlichen Breitengrad und damit in der tropischen Klimazone. Die Temperaturen auf den Inseln liegen das ganze Jahr zwischen 20 °C und 30 °C. Der längs über die Hauptinsel verlaufende Gebirgszug teilt Neukaledonien in einen humiden Osten (incl. der östlich der Hauptinsel gelegenen Inseln) und einen im Regenschatten liegenden eher ariden Westen. Die relativ kühle trockene Zeit ist von Mitte Mai – Mitte September. Die Regenzeit, Mitte November – April. Die Ostseite der Insel erhält ca. 2.500 – 4.000 mm Regen/ Jahr. Die Westseite (Lee) generell < 1.500 mm, so z.B. Ouaco ca. 800 mm. Sehr trockene Jahre können mancherorts bei 250 – 300 mm Regen liegen.
Der Wirbelsturm Erica hat im März 2003 große Schäden auf der ganzen Insel angerichtet. Das Dengue-Fieber ist je nach Jahreszeit auf Neukaledonien mehr oder weniger verbreitet. Im Januar 2003 zum Beispiel sollen zwischen 4.500 (offizielle Zahl) und 9.000 Menschen erkrankt sein.

Bevölkerung

Die Urbevölkerung der Melanesier oder Kanak stellen mit einem Anteil von schätzungsweise 44 % der Bevölkerung eine relative Mehrheit dar. Es gibt viele Mischlinge aller Art. Amtssprache ist Französisch und wird von weitgehend allen Bewohnern des Landes gesprochen. Es gibt viele Menschen unterschiedlicher Herkunft, die aber oftmals schon seit Generationen in Neukaledonien leben und größtenteils französische Staatsbürger sind. Diese sprechen unter sich manchmal noch ihre ursprünglichen Sprachen, so zum Beispiel Polynesisch, Tahitianisch, Wallisianisch, Vietnamesisch, Indonesisch und Englisch. Viele Kanak pflegen in ihren Stämmen weiterhin ihre eigenen Sprachen und Gebräuche. Auch heute werden noch ca. 25 dieser Kanak-Sprachen in den verschiedenen Stammesgebieten benutzt. Allerdings spielen sie im Erziehungswesen des Landes nur eine sehr untergeordnete Rolle. Auf dem Gebiet der Erforschung der Sprachen in Neukaledonien hat sich besonders der französische Ethnologe Maurice Leenhardt (1878-1954) hervorgetan (siehe auch Do Kamo). Das extrem hohe Bevölkerungswachstum beträgt 3,4 %.
Die Mehrheit der Bevölkerung (60 %) sind Katholiken; Protestanten mit 30 % und Muslime stellen den Rest dar.